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Offener Brief zur Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit den Wirtschaftsverbänden

Seit geraumer Zeit haben sich Vertreter der Wirtschaftsverbände mit viel Engagement und Zeiteinsatz an diversen Projekten in der Stadt Bern mit Rat und Tat beteiligt. Im Rahmen einiger dieser Aktivitäten wurden Vereinbarungen unter den Projektbeteiligten getroffen, welche die Vertreter der Stadtverwaltung leider nach eigenem Gutdünken und meist kurzfristig negiert und teils auch gebrochen haben. Dies geschah oft ohne triftige Gründe der Behörde, was unser Vertrauen empfindlich störte und unseren Glauben an ernstgemeinte Verhandlungen von mal zu mal mehr zerrüttete. In einer Gesamtbetrachtung fällt auf, dass die Stadtverwaltung kaum eine Gelegenheit ausgelassen hat, wirtschaftseinschränkende Massnahmen einzuführen, insbesondere bei der Planung der Stadtentwicklung und des Verkehrs. Aufgrund dieser Feststellung müssen wir uns enttäuscht eingestehen, dass wir mit den Gesprächen und Bemühungen keine Erfolge für die Wirtschaft bewirken konnten. Kennzeichnend ist, dass weder im Stadtentwicklungskonzept noch in den übrigen relevanten Dokumenten der Stadt die Bestrebung, eine starke Wirtschaft zu fördern oder auch nur zu erhalten zu finden ist. Der Wille zu einer dahingehenden Unterstützung durch die Stadt ist sodann auch weder von der Seite des Wirtschaftsamts noch von den Planungsämtern feststellbar.

Wir erinnern daran, dass Städte deshalb entstanden und wuchsen, weil sie Kultur-, Verkehrs-, Wissens- und Wirtschaftszentren waren. Nur eine der Nachfrage entsprechende, ausgewogene Mischung dieser Aspekte garantiert ein nachhaltiges und gesundes Wachstum der Ballungsgebiete. Dies scheint aus dem Lot und in der Stadtverwaltung in Vergessenheit geraten zu sein. Nachdem wir nun feststellen mussten, dass unsere Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft auf keinen fruchtbaren Boden stösst, werden wir uns resigniert von weiteren Gesprächen in Projekt- und Mitwirkungsgruppen enthalten und ziehen uns aus den uns aussichtslos erscheinenden Projekten zurück. 

Ferner distanzieren wir uns von den Aussagen in verschiedenen Dokumenten (u.a. Verkehrskonzept Wirtschaftsstandort Innenstadt, Position des GR zur Klimadebatte in Bern - Massnahme 15) wonach wir bei der Erarbeitung derselben einbezogen worden seien, denn der Einbezug war offenbar alibihaft. Gerne hoffen wir und wünschen uns, dass der Gemeinderat in Zukunft die wirtschaftsfeindlichen Tendenzen abzulegen gewillt und zu einem ernstgemeinten, konstruktiven Austausch mit konkreten und diskussionsoffenen Vorschlägen und zu verbindlichen Gesprächen auf gleicher Augenhöhe bereit ist.

Brief
Medienmitteilung
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